"Кто в лес, кто по дрова."

Freitag, 1. Oktober 2010

PKH

Aller paar Wochen trifft bei mir Post vom Amtsgericht ein, ich solle bitte meine Einkommensverhältnisse angeben, weil ich ja vor über 3 Jahren mal Prozesskostenhilfe bewilligt bekam. Ja, mache ich gern. Nur spielt die ARGE nicht somit, weil die mir noch immer keinen ALG-II-Bescheid ausgestellt haben. Na, wenigstens bekomme ich Geld. Ich wüsste nicht, wie ich und die Zwerge das sonst hätten überleben sollen.

Anfang September kam nun so ein Brief und bis heute habe ich ihn nicht bearbeitet. Irgendwie hatte ich heute das Gefühl, es wäre der richtige Zeitpunkt dafür, füllte den Wisch aus, kopierte paar Seiten und druckte paar Kontoauszüge aus. Schnell noch einen passenden Text verfasst, dann ab zum Gericht. Es war ein sonniger Tag, nicht gerade warm, aber auch nicht zu kühl. In der Bahn ließ ich meinen Gedanken freien Lauf. Mir geht es seit ein paar Tagen nicht so gut, so dass die Fahrt ganz entspannend für mich war. Leider versagte schon auf der Hinfahrt mein mp3-Player, aber das war vielleicht auch ganz gut so.

Pünktlich 14.30 Uhr war ich wieder zurück, ging noch schnell einkaufen, holte mein Paket von der Post ab und machte mich auf den Weg zum Hort. Da war ein Herbstfest angesagt. Ich hatte ehrlich gesagt absolut keinen Bock drauf, aber konnte ich das meinen Mädels antun? Die haben mir schon seit Tagen davon erzählt und jeden Tag darauf hingewiesen, dass am Freitag, den 1. Oktober, das Herbstfest steigt. Ich ging hin. Sie strahlten, dass ich kam. Meinen Einkauf und das Paket stellte ich an der Seite ab und dann genoss ich die Zeit. Ich fühlte mich nicht gestresst, meine Kopfschmerzen waren wie weggeblasen, ich war unter Menschen, aber niemand bedrängt ich oder drängte mir ein Gespräch auf. Allein unter Menschen. Aber genau das brauchte ich in dem Moment.

Wir blieben bis fast zum Schluss. Nur noch wenige Besucher waren da. Ich war zufrieden, die Mädels sowieso und mein Großer hatte uns noch nicht mal vermisst.

Auf dem Heimweg trafen wir eine Bekannte, die über ihren neuen 400-Euro-Job klagte. Sie musste den antreten, sonst hätte man ihr das Geld um 30 Prozent gestrichen. Wie sie so erzählte, fragte ich mich dann doch, warum man mir nicht mal so etwas anbot. Sie wollte Altenpflegehelferin werden. Ihr Kurs, den sie dafür besuchen wollte/sollte, war im August voll und man gab ihr einen Job, wo sie am PC kreativ arbeiten sollte. Ich kann verstehen, dass sie sich da fehl am Platz fühlt. das ist nicht ihre Welt. Ich hätte das gern gemacht, aber irgendwie habe ich die falschen PAPnasen (PAP=persönlicher Ansprechpartner).

Das Leben geht weiter. So oder so. Irgendwie.

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